Michael Ruhl

„Wir werden für den Neubau stimmen“

Stellungnahme der Kreiskoalition aus CDU und SPD zum Kreiskrankenhaus

 

 

Vogelsbergkreis/ Alsfeld. „Für die Kreiskoalition aus CDU und SPD ist das Alsfelder Kreiskrankenhaus ein Eckpfeiler der stationären medizinischen Versorgung der Region. Bei der jetzt anstehenden Entscheidung des Kreistags darüber, ob saniert oder neu gebaut wird, ist unser oberstes Ziel daher, dass die Zukunft des Krankenhauses dauerhaft gesichert wird“, erklären die beiden Partei-Vorsitzenden Dr. Jens Mischak (CDU) und Patrick Krug (SPD) sowie die Fraktionsvorsitzenden Stephan Paule (CDU) und Matthias Weitzel (SPD) in einer gemeinsamen Erklärung.

Archivbild: Die CDU Kreistagsfraktion besuchte das Kreiskrankenhaus Alsfeld.Archivbild: Die CDU Kreistagsfraktion besuchte das Kreiskrankenhaus Alsfeld.

 

Um das zu erreichen sei nach dem Ergebnis der jetzt vorliegenden Studie ein Neubau die sinnvollere der beiden Varianten, erläutert Krug für die Sozialdemokraten, die „gerne bereit seien, den jetzt vorgeschlagenen Weg eines Neubaus mitzugehen.“ „Wir werden im Kreistag dafür stimmen“, so Krug. Mischak macht für die CDU deutlich, dass man gemeinsam in der Koalition in Richtung einer unabhängigen Überprüfung von Sanierungsvariante und Neubauvariante gegangen sei, um so die Entscheidung auf ein solides Fundament zu stellen. „Da die Studie nun den Neubau eindeutig favorisiert werden wur diesen Weg einschlagen und das Haus im Sinne moderner Medizin zukunftsfest machen“. Neben der baulichen Sanierung stelle aus Sicht der Kreiskoalition aber die Gewinnung von Ärzten und Pflegepersonal eine mindestens gleichwertige Herausforderung dar. „Ein saniertes Haus allein macht noch keine Versorgungssicherheit aus“, so Krug und Mischak. Die beiden Fraktionsvorsitzenden Stephan Paule und Matthias Weitzel ergänzten, dass ein Neubau zum einen ein starkes Signal für die gesundheitliche Versorgung der ganzen Region sei und zum anderen sich durch die Optimierung von Abläufen in einem neuen Haus auch betriebswirtschaftliche Vorteile zeigen würden.

 

Es gebe auch weiterhin sowohl für eine Sanierung des Bestandsgebäudes, als auch einen Neubau gute Argumente. Für eine Sanierung spreche, dass man hierbei einzelne Bauabschnitte bilden und damit die erhebliche finanzielle Belastung für den Kreishaushalt auf einen längeren Zeitraum verteilen könne. Zudem sei das Geld, welches zur Sicherstellung des Betriebs kurzfristig in das derzeitige Krankenhausgebäude investiert werden müsse, bei einem Weiterbetrieb des Gebäudes nicht verloren. Hingegen spreche für einen Neubau insbesondere, dass hierdurch ein modernes, den heutigen Anforderungen entsprechendes Krankenhaus mit kurzen Wegen entstehen könne. „Wenn man die jeweiligen Argumente gegeneinander abwägt, überwiegen aus Sicht der Kreis-Koalition die Vorteile eines Neubaus dessen Nachteile. Auch ist ein Neubau im Interesse des Krankenhauses sowie seiner Patienten und Mitarbeiter natürlich die bessere Lösung. Für die Kreispolitik heiße das aber auch, dass im Vergleich mit einer Sanierung deutlich schneller mehr Geld aufgebracht werden müsse und der Landkreis in den kommenden Jahren finanziell stark gefordert sein werde. Wenn sich der Kreistag für einen Neubau entscheidet, bedeute das also auch, dass alle Fraktionen in den kommenden Jahren in der Verantwortung sind, eine solide und seriöse Finanzierung sicherzustellen“, mahnten Mischak und Krug.

 

Bei den anstehenden Planungen des Krankenhausneubaus sei es aus Sicht der Koalition zudem sinnvoll, das Gebäude so zu konstruieren, dass jederzeit eine Erweiterung für eine mögliche Geburtshilfestation realisiert werden könne. „Die Entscheidung, die Geburtshilfe Ende 2016 zu schließen, war bitter, aber unausweichlich. Denn die bis dahin dort tätigen Belegärzte wollten aus nachvollziehbaren Gründen das Angebot nicht mehr weiterführen. Nachfolger konnten nicht gefunden werden und die für den Betrieb als krankenhauseigene Station nötigen 8 angestellten Ärzte gab und gibt es nicht. Zwar lassen die derzeitigen Rahmenbedingungen, die nur in der Landes- und Bundespolitik verändert werden können, den Betrieb einer Geburtshilfestation nicht zu. Wenn sich diese Rahmenbedingungen aber hoffentlich in Zukunft einmal ändern, sollten wir in der Lage sein hierauf reagieren und wieder eine Geburtshilfestation im Vogelsbergkreis errichten zu können“, so die Koalitionsparteien abschließend.